Die Urbeziehung


Ein Kind entwickelt eine lebensnotwendige Urbeziehung zu seinen unmittelbaren Bezugspersonen. Diese Beziehung wird bei Inzest und Kindesmisshandlung auf verheerende Weise zerstört.

Ein Inzest-Täter verlangt bezeichnenderweise unter Androhung von Sanktionen Geheimhaltung seiner Taten was das Gegenteil einer fairen Auseinandersetzung darstellt. Das Urvertrauen des Kindes, das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit wird aufs brutalste zerstört. Dieser kleine Mensch, der Inzest erleben muss, kann sich auf wirklich gar nichts mehr verlassen. Die entscheidende Urbeziehung in seinem Leben, die für künftige Beziehungen Modell und Vorbild sein wird, ist zerstört. Dadurch erfährt das Opfer eine Beziehung schlechthin als Traumata. 

Ein Trauma ist eine Verletzung der Seele, die das Kind davongetragen hat -
und wie auch körperliche Wunde, braucht sie Pflege und Zeit‚ um zu heilen.

 

Abgesehen von den neurologischen und biologischen Folgen der sexuellen und der körperlichen Misshandlung kann die traumatisierte Beziehung für kommende Beziehungen ganz selbstständige Folgen entwickeln:

- unbewusst werden künftige Beziehungen immer in Vergleich mit der manifestierten Erfahrung gesetzt

- ebenfalls unbewusst werden Beziehungen überhaupt als potentiell gefährlich eingestuft

- das Bedürfnis des Abstandes ist in Folge dessen häufig größer als bei "normalen" Menschen.
  Extremsten Falls führt der Widerspruch zwischen Abstand und Nähe zu Spaltungs- Erscheinungen

- es ist kaum oder unmöglich Vertrauen aufzubauen vor allem in den Teilbereichen, die mit dem Trauma verwandt sind

- die Reaktion auf Störungen ist äußerst empfindlich, das Vermögen auszugleichen minimiert

- Opfer, die überlebt haben, sind von Anfang an kaum in der Lage eine harmonische Beziehung aufzubauen.
  In vielen Fällen ist die Partnerwahl ebenfalls problematisch, so dass ein Beziehungsaufbau unmöglich wird.



 

 
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